Der Sommerpalast

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Im Sommergarten, einem Altersgenossen der Stadt, auf einer kleinen durch die Flüsse Newa, Fontanka und dem Schwanenkanal gebildeten Insel gelegen, liegt das älteste Steingebäude St. Petersburgs.

Der Sommerpalast wurde 1714 von dem italienischen Architekten Domenico Trezzini fertiggestellt und diente Peter dem Großen als Residenz.

Bis zu der Fertigstellung des Palastes wohnte der Zar ganze 11 Jahre in seiner Holzhütte auf der anderen Seite der Newa.

Der zweistöckige Sommerpalast wirkt eher bescheiden, verglichen mit den Palästen der Nachfolger des Zaren.

Die Fassaden des Gebäudes sind mit neun maritimen Basreliefs, den Werken des berühmten preußischen Bildhauers, Andreas Schlüters, verziert.

Im Inneren sind mit Stoff bespannte Wände, wunderschön gekachelte Öfen mit Küchenherd, Deckenmalereinen und Parkettfußböden zu finden.

Heute können Kunstwerke aus dem frühen 18. Jahrhundert, darunter holländische Möbel aus Eiche, eine originale russische Drechslerwerkstatt, die zum Hobby des Zaren gehörte, ein kunstvolles meteorologisches Instrument aus Dresden, das mit dem Wetterhahn auf dem Dach verbunden ist, sowie Porträts und Kleidung des Zaren besichtigt werden.

Die Vorliebe Peters des Großen für den holländischen Stil ist hier deutlich zu erkennen.

Die Zarin Katharina I., die die Gemächer im Obergeschoss bezog, teilte diesen schlichten Geschmack nicht und ließ ihre Räume prunkvoll ausstatten.

In ganz Europa waren die pompösen Feste und Maskeraden beliebt, die zu den Monaten der Weißen Nächte im Sommergarten veranstaltet wurden.