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Alexander I.                                             (2/2)

Als Napoleon in der Hoffnung, der Herr ganz Europas zu werden, wenn er Russland besiegte, zum großen Schlag ausholte und sich den Weg nach Moskau erkämpfte, musste er sich während des russischen Winters geplagt von Hunger, Kälte und den Überraschungsangriffe der Russen geschlagen zurückziehen.

Nun aber kam die Reihe an Alexander. Erfüllt von dem Gefühl eines göttlichen Auftrags, trieb er seine Armeen an. Er sammelte um sich eine Koalition der europäischen Mächte, erzielte eine ganze Reihe militärischer Erfolge und marschierte schließlich am 31. März 1814 triumphierend in Paris ein, wo er zusammen mit den anderen verbündeten Monarchen Napoleon absetzte. Dann begann der Wiener Kongress, der einen der glänzendsten Höhepunkte in der Laufbahn Alexanders bedeuten sollte, gelang es ihm doch, hier jenes Bündnis zustande zu bringen, das seinen ureigensten Stempel tragen sollte. Er konnte nun heimziehen und Russland einen neuen Frieden geben.

Aber wieder einmal in der Geschichte Russlands wurden die leeren Versprechen nicht erfüllt. In den vierundzwanzig Jahren von Alexanders Regierung erlangten nur 47000 von den zwei Millionen Leibeigenen ihre Freiheit. Die Verfassung mir der Aufhebung der Leibeigenschaft vermoderte in einem Aktenregal.

Russlands Kultur war noch nicht so weit fortgeschritten, trotz seiner jungen Adligen, trotz der Dichter und der Journalisten. Hätte Alexander die Leibeigenschaft durch einen Erlass beseitigt und die Aristokraten ihrer Feldarbeiter und Hausdiener beraubt, so hätte er seinen Kopf verloren. Und obwohl er ehrlich die Absicht hegte, eine konstitutionelle Regierung zu errichten, konnte er sich doch nie zu einer wirklich entscheidenden Tat aufraffen, blieb sein Wesen irgendwie gespalten, und kein Mensch vermochte je zu sagen, was er wirklich dachte. So hörte Alexander auf, die Hoffnung seines Landes zu sein, und immer mehr Menschen fanden sich nun, die von Revolution flüsterten, denn ein Windhauch der Freiheit wehte noch immer in der Welt. Alexander, niedergedrückt von den enttäuschenden Fehlschlägen seiner Innenpolitik, begann von Abdankung zu sprechen.

 

Das Geheimnis um Alexander

 

Er war achtundvierzig Jahre alt, als ihn ein schweres Fieber befiel, und am 1. Dezember 1825 wurde bekannt gegeben, dass er in Taganrog auf der Krim gestorben sei. Jener Hauch des Mystisch-Geheimnisvollen, von dem Alexander sein ganzes Leben umgeben gewesen war, endete nicht mit seinem Tod. Beharrlich hielt sich unter dem Volk die Überlieferung, dass Alexander gar nicht gestorben sei, sondern seinen Tod nur habe vortäuschen lassen, um fortan das Leben eines heiligen Pilgers zu führen. Mehrfach hörte man von einem Einsiedler namens Fedor Kusmitsch, dem von dem nachfolgenden Zaren angeblich eine unerklärbare Ehrerbietung entgegengebracht worden sei und der seine Tage als heiliger Mann im Jahre 1864 in Sibirien beschloss. Niemand wird die Wahrheit dieser Legende nachprüfen können, doch ging immerhin in den Jahren nach 1920 eine Nachricht durch die Presse, dass die bolschewistische Regierung den Sarg Alexanders 1. habe öffnen lassen und dieser leer gewesen sei. Alexanders Tod oder Verschwinden ließ Russland für den Augenblick in einer schweren Verwirrung zurück.

 

Alexander der sich bis zu seinem Lebensende nicht verzeihen konnte, seinen eigenen Vater durch sein stummes Einverständnis zum Komplott vom Thron gestoßen zu haben und so an seinem Tod mitverantwortlich zu sein.

Alexander blieb kinderlos und so ging der Thron an seinen Bruder Nikolaus.

 

Rückzug der Französischen Armee

Rückzug der Französischen Armee

Narwskaja Triumphtor

Narwskaja Triumphtor zu Ehren über den Sieg über Napoleon.     Befindet sich gleich beim Metro “Narvskaja”. Hier war einst Stadtgrenze gewesen .