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Alexander II.                                                      (2/2)  

Alexander II. befreite Russlands Leibeigene. Aber auch er konnte das Land nicht mehr retten.

Die Adligen dagegen forderten eine Verfassung und eine Legislative. Hier gebot Alexander Halt. Und bald erkannten die Russen, dass es keine zweite Emanzipation, keine freien Reden, keine Legislative geben würde. Einigen radikalen Studenten schien daher eine gewaltsame Revolution  und nicht eine Reform  die einzige Hoffnung für ein neues Russland zu sein.

Am 16. April 1866, als Alexander in St. Petersburg seinen Wagen bestieg, schoss ein Student namens Dmitrij Karakoso mit einer Pistole auf ihn. Der Schuss verfehlte sein Ziel, aber er löste neue Unterdrückungen aus. Und damit begann der Kampf zwischen den Revolutionären und den Zaren, der bis 1917 dauerte. Studenten, die wegen ihrer radikalen Ideen der Universitäten verwiesen wurden, bildeten geheime Zellen mit dem Ziel der Errichtung eines demokratischen Regimes oder gar eines sozialistischen Staates. Die radikalsten Forderungen erhoben die »Nihilisten«, die den »fürchterlichen, völligen, allgemeinen und mitleidlosen Untergang der Gesellschaft« predigten, und die »völlige Emanzipation und Glückseligkeit des Vollerstrebten. Geheime Druckpressen schütteten das Propagandamaterial aus, geheime Werkstätten fälschten Reisepässe. die höchsten Regierungskreise gelang es den Revolutionseinzudringen. So gehörte auch die zarte Tochter des Generalgouverneurs von St. Petersburg, Sofja Per6wskaja, zu den Tihilisten. Verschwörungen lösten Unterdrückungen aus, Unterdrückungen brachte neue Verschwörungen. Eine Mine wurde unter Alexanders Zug gelegt, doch der Zar blieb unverletzt. Ein Revolutionär schmuggelte eine Dynamitbombe in den Winterpalast und zündete sie, als Alexander gerade Gäste erwartete. Die Bombe tötete und verwundete vierzig Wachsoldaten, der Zar entging wiederum dem Anschlag.

Während sich der revolutionäre Geist immer weiter ausbreitete, bewogen Alexanders Ratgeber diesen, doch endlich eine gesetzgebende Versammlung einzuberufen, um die Unterstützung des Volkes zurückzugewinnen. Der Zar stimmte zu und unterzeichnete am 13. März 1881 das Dokument, das Russland ein großes Stück weiter auf dem Wege zur Demokratie führen sollte. Doch es war zu spät. Am gleichen Tage besichtigte Alexander verschiedene Truppeneinheiten, und als er in seinem Wagen zum Winterpalais zurückkehren wollte, warf ein Nihilist eine Bombe. Sie verwundete mehrere Kosaken der Leibgarde. Der Zar verließ seine Equipage, um den Verwundeten beizustehen und mit dem Attentäter zu sprechen. Als sich ein Offizier nach seinem Befinden erkundigte, sagte er: »Ich bin, Gott sei Dank, unverletzt.« In diesem Augenblick schrie ein junger Mann: »Es ist zu früh, Gott zu danken!«, und warf eine zweite Bombe aus kürzester Entfernung. Alexander wurde schwer verletzt zu Boden geworfen und befahl nur noch: »Nach Hause - sterben.« Dann verlor er das Bewusstsein. Zwei Stunden später stellten die Arzte seinen Tod fest. Unter den fünf Attentätern, die man verhaftete und hinrichtete, war auch Sofja Perowskaja.

 

Auf dem Platze wo Alexander tödlich verblutete, wurde die Erlöserkirche im russischem Still zu Ehren Alexanders erbaut.

Die Ermordung Alexanders II. kündete neue Gewalttaten an. Dieses Bild verfolgte die zwei Zaren nach Alexander wie ein Gespenst.

 

 

Alexander II.

Alexander II.

Terroristen planen Anschläge gegen den Zaren.

Terroristen planen Anschläge gegen den Zaren.

Alexander II. stirbt an einem Bombenattentat

Alexander II. stirbt an einem Bombenattentat

Erlöserkirche auf dem Blute Alexanders II.

Erlöserkirche auf dem Blute Alexanders II.