Ausgehen in St. PetersburgStadtgeschichteHotels in Sankt-PetersburgStartseiteZarenresidenzen in St. PetersburgKultur in St. Petersburg

Napoleon-Krieg

Obwohl Alexander friedlicher Natur war und sich zuerst aus der großen Auseinandersetzung zwischen Frankreich und den anderen Ländern heraushalten wollte, gelangte er schließlich immer mehr zu der Überzeugung, dass er eine göttliche Mission zu erfüllen habe im Widerstand gegen »den Unterdrücker Europas und den Weltfriedensstörer«.

Damit aber stellte er sich eine ebenso große wie schwere Aufgabe. Als er sich 1805 mit England, Schweden und Umstreich verbündete, um Norddeutschland, Holland, die Schweiz und Italien von Napoleon zu befreien, bereiteten die Franzosen seiner Armee und den verbündeten Österreichern bei Austerlitz in Mähren eine vernichtende Niederlage. Alexander weinte. Aber als Napoleon daran ging, seinen eigenen ehemaligen Bundesgenossen Preußen ebenfalls zu unterwerfen, eilte Alexander erneut zu Hilfe. Und wieder wurden die Russen von den Franzosen besiegt, diesmal 1807 bei Friedland in Ostpreußen.

Alexander musste, entblößt von allen Hilfsmitteln und ohne wirksame Bundesgenossen, schließlich doch eine versöhnlichere Politik einschlagen. Und so kam es, dass er sich mit seinem großen Gegner am 25. Juni 1807 auf einem Floß auf dem Njemen traf, um ein Freundschaftsbündnis einzugehen, so wie fast eineinhalb Jahrhunderte später Adolf Hitler und Josef Stalin ebenfalls ein solches Freundschaftsbündnis schlossen.

 

Bei ihrem Zusammentreffen auf einem Floß in Njemen umarmten sich Napoleon und Alexander. Ihre Offiziere jedoch betrachteten die Begegnung mit skeptischen Augen. Als sich im Verlauf des Krieges das Schlachtenglück zugunsten Alexanders wendete, zeichnete ein britischer Karikaturist den russischen Bären, wie er einen spindeldürren Napoleon packt und festhält.

 

 Zusammen wollten Alexander und Napoleon der Welt den Frieden bringen, indem sie diese für neue Eroberungen unter sich aufteilten. Eine solche Freundschaft konnte nicht von Dauer sein. Dachte doch keiner der beiden Partner daran, die Verpflichtungen, die sie sich gegenseitig auferlegt hatten, ernst zu nehmen und auszuführen. Argwöhnisch beobachteten sie sich gegenseitig, bis schließlich Napoleon in der Hoffnung, der Herr ganz Europas zu werden, wenn er Russland besiegte, zum großen Schlag ausholte und sich den Weg nach Moskau erkämpfte. Napoleon wollte Russland nicht am Kopf treffen sondern im Herzen. Sankt-Petersburg war zwar die offizielle Hauptstadt, doch die heimliche Hauptstadt war immer noch Moskau.

Als sich Napoleon mit Mühe bis nach Moskau durchschlug, fand er eine verbrannte und Menschenleere Stadt. Die französischen Truppen suchten verzweifelt nach Proviant. Zugleich brach der russische Winter herein und viele franz. Soldaten starben an Hunger und Kälte. Die auswegslose Situation und einige Überraschugsangriffe der Russen zwangen Napoleon und seine Arme schließlich umzukehren. Von einer starken Arme von 600000 Soldaten kehrten nur 30000 nach Frankreich zurück.

 

Nun aber kam die Reihe an Alexander. Erfüllt von dem Gefühl eines göttlichen Auftrags, trieb er seine Armeen an. Er sammelte um sich eine Koalition der europäischen Mächte, erzielte eine ganze Reihe militärischer Erfolge und marschierte schließlich am 31. März 1814 triumphierend in Paris ein, wo er zusammen mit den anderen verbündeten Monarchen Napoleon absetzte. Dann begann der Wiener Kongress, der einen der glänzendsten Höhepunkte in der Laufbahn Alexanders bedeuten sollte, gelang es ihm doch, hier jenes Bündnis zustande zu bringen, das seinen ureigensten Stempel tragen sollte, nämlich die so genannte Heilige Allianz. Dazu gehörte der Kaiser von Österreich, der König von Preußen und der Kaiser von Russland. Alexander hatte seien Wunschtraum verwirklicht. Er konnte nun heimziehen und Russland einen neuen Frieden geben. Nach dem Sieg über die Grade Armee wird Russland endgültig zur europäischen Großmacht. Auf dem Schlossplatz vor dem Winterpalast lässt Alexander eine 80 m hohe Siegessäule errichten.

Zurück

 

 

Alexander I.

Alexander I.

Treffen zwischen Alexander und Napoleon in Njemen.

Treffen zwischen Alexander und Napoleon in Njemen.

Rückzug der Franzosen aus Russland

Rückzug der Franzosen aus Russland

Karikatur: Der starke Bär  der Russland repräsentiert, zerquetscht den spargeldünnen und hilflosen Napoleon.

Karikatur: Der starke Bär  der Russland repräsentiert, zerquetscht den spargeldünnen und hilflosen Napoleon.