St. Petersburg 1951-heute

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Im Frühjahr 1953 starb Stalin. Die stalinistische Diktatur und damit auch die berüchtigten Verfolgungen und Säuberungsaktionen hatten endlich ein Ende. Drei Jahre nach Stalins Tod verurteilte sein Nachfolger, Nikita Chruschtschow, dessen Verbrechen öffentlich auf dem 20. Parteitag, was die sogenannte Tauwetter-Periode einleitete. Kritische Bücher über Stalin erschienen und tausende von politischen Gefangenen wurden endlich frei gelassen.

Unter Chruschtschow kam 1957 der erste Satellit ins All (Sputnik 1).

Im Jahre 1961 wurde Juri Gagarin, der sich als erster Mensch im Weltraum befand, als Held gefeiert und brachte die Welt zum Staunen.

1962 führte die Stationierung von Atomraketen auf Kuba aufgrund eines falsch übermittelten Codes fast zu einem Atomkrieg.

Moskau war das unumstrittene Zentrum der UdSSR, jedoch blieb Leningrad Russlands kulturelles Zentrum, mit vielen aufregenden Innovationen in Kunst, volkstümlicher Musik und Literatur.

Das Haus der Sowjets

1965 erhielt Leningrad für die Standhaftigkeit und den Überlebenswillen während der Blockade den Ehrentitel einer Heldenstadt.

Nach der Entmachtung Chruschtschow, 1964, kam Breschnew an die Macht. Seine 18-jährige Regentschaft ging als „Zeit der Stagnation“ in die Geschichte ein.  Jedoch hatte Russland Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre einen relativen Wohlstand, der durch den Schwarzmarkt gestützt wurde.

1982 starb Breschnew. Es folgten Andropow und Tschernenko mit einer jeweils kurzen Regierungszeit.

1985 wurde Michail Gorbatschow neuer Generalsekretär des Zentralkomitees der KPdSU und bemühte sich, nach den Prinzipien der „Glasnost“ und „Perestroika“ zu regieren. Einige Reformansätze scheiterten. Jedoch begann die Privatisierung der Wirtschaft.

Bei einem Brand in der Bibliothek der „Akademie der Wissenschaften“ fielen eine Millionen Bücher zum Opfer.

1989 wurde der historische Kern Leningrads unter Denkmalschutz gestellt.

Im August 1991 kam es zum Putsch gegen Gorbatschow. Jelzin wurde Russlands neuer Präsident und zum nationalen Held gekürt.

Die Metrostation „Awtowo“

Während in Moskau Panzer den Regierungssitz der Kommunisten angriffen, versammelte Anatoli Sobtschak Befürworter der Demokratie um sich. So kam es zur Demonstration auf dem Schlossplatz vor dem Winterpalast.

Am 26. Dezember 1991 kam es zur Auflösung der Sowjetunion. Die Kommunistische Partei wurde verboten. Die ersten freien Wahlen fanden statt.

Leningrad nimmt seinen alten Namen Sankt Petersburg wieder an. 54% der Einwohner hatten für diese Änderung gestimmt.

Der eingeführte Kapitalismus öffnete die Schere zwischen Arm und Reich immer mehr. Einige Menschen konnten in der neuen Gesellschaft profitieren und genossen ihren neuen Wohlstand. Andere (der größere Teil) wünschten sich das kommunistische System mit seiner Absicherung zurück.

Der Übergang zur Marktwirtschaft war sehr schwierig. Sankt Petersburg ist nach Moskau der zweitgrößte Industriestandort Russlands.

Das Kirowwerk

Von überragender wirtschaftlicher Bedeutung war früher für ganz Russland das Kirowwerk. Im Süden St. Petersburgs bildet die riesige Fabrikanlage eine Stadt in der Stadt. Hier wurden und werden Traktoren, Schiffsteile und Dampfmaschinen produziert und fast 40000 Arbeiter beschäftigt. Der Übergang zur Marktwirtschaft macht solche Werke bzw. Fabriken auf dem Markt wettbewerbsunfähig und es folgt das Aus. Zur Folge hat dies, dass Menschen entlassen werden und des so mehr Arbeitslose gibt und die Steuereinnahmen sinken.

Dank der Demokratie erlebte die Religion einen neuerlichen Aufschwung. Kirchen, die während dem Kommunismus als Warenhäuser dienten, wurden wieder zum Leben erweckt. Kirchliche Trauungen wurden wieder erlaubt.

Im Jahre 1993 trat die Verfassung in Kraft, die Menschen- und Bürgerrechte und das Mehrparteienrecht beinhaltet.

1996 gewann Wladimir Jakowlew die Wahlen für das Amt des Oberbürgermeisters und löste Anatoli Sobtschak ab.

Im Jahre 2000 wurde Wladimir Putin Staatspräsident.

Zwischenzeitlich wurde Medwedjew in dieses Amt gewählt und seit 2012 ist Putin wieder das Oberhaupt Russlands.

2003 feierte St. Petersburg sein 300-jähriges Bestehen.

Seit 2008 befindet sich das Verfassungsgericht, eine staatliche Einrichtung in Sankt Petersburg.

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