Die Kasaner-Kathedrale

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Eines der außergewöhnlichsten Bauten St. Petersburgs ist die Kasaner-Kathedrale, die zweitgrößte Kirche der Stadt, die sich direkt am Newskij-Prospekt befindet.

Nach zehn Jahren wurde der Bau des Baumeisters Andrej Woronichin 1811 fertig gestellt.

Der Zar Paul I., der ihn damit beauftragt hatte, war nach seinem Besuch in Rom von dem Petersdom derart fasziniert, dass er beschlossen hatte, etwas ähnliches auch in seiner eigenen Stadt zu erschaffen.

Woronichin orientierte sich daher streng an diesem Bauwerk.

Nach dem Sieg über Napoleon im Jahre 1812 wurde die Kathedrale zu einem nationalen Denkmal.

An die dem Newskij-Prospekt zugewandte Seitenfassade schließt eine Kolonnade mit in vier Reihen angeordneten korinthischen Säulen an, von denen jede 13 Meter hoch ist.

Über dem Raum, in dem das Haupt- und Querschiff der Kirche zusammentreffen, erhebt sich die 71 Meter hohe Kuppel.

Die beiden Denkmäler, die vor der Kathedrale platziert wurden, erinnern an den Feldmarschall Michail Kutusow und an dessen Vorgänger, Feldmarschall Michail Barclay de Tolly.

Im nördlichen Querschiff der Kathedrale wurde angeblich der Feldmarschall Kutusow an der Stelle begraben, an der er gebetet hatte, bevor er 1812 in den Krieg gegen Napoleon zog.

Ihren Namen verdankt die riesige Kathedrale mit ihrer halbrunden Form und ihren gigantischen Armen der wundertätigen Ikone „Gottesmutter von Kasan“, die man seit 1612 in Moskau verehrt hatte.

Der nur teilweise erhaltene Ikonostas beherbergte auch das „wundertätige Bild der Muttergottes von Kasan“, das 1579 in Kasan gefunden worden war, im Jahre 1904 unterschlagen wurde und im Jahre 2001 wieder in Besitz genommen werden konnte.

1932 bis 1990 war in der Kasaner-Kathedrale das Museum für die Geschichte der Religion und des Atheismus untergebracht.

Heute trägt das Museum den Namen: Museum der Religionsgeschichte.

In einem Flügel der Kathedrale finden aber auch wieder Gottesdienste statt.

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