Lomonossow (Oranienbaum)

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Menschikow-Palast Sankt Petersburg
Der Menschikow-Palast

Die Ortschaft entstand 1710 mit der Errichtung des Palastes und des Parkkomplexes für den Herzog Alexander Menschikow, einen engen Freund und Berater Peters des Großen und ersten Gouverneur St. Petersburgs.

Nach der Verbannung des Herzogs beschlagnahmte Elisabeth seinen Besitz und schenkte ihn ihrem Neffen, dem späteren Peter III.

Er liebte Oranienbaum und hielt sich dort weit häufiger auf als in der Zarenresidenz Peterhof oder gar in Sankt Petersburg selbst.

Nach seinem Tod fand auch seine Frau und gleichzeitig Russlands Zarin Katharina II. ebenfalls Gefallen an Oranienbaum und ließ die Sommerresidenz daraufhin ausbauen.

Katharina II., die deutsche Wurzeln hatte, beauftragte den Architekten Antonio Rinaldi mit dem Bau des Chinesischen Palastes.

Der Chinesische Palast

Der Innenbereich des eleganten und romantischen Rokoko-Palastes ist an Schönheit kaum zu übertreffen und mit prachtvollen Materialien wie Edelholz, Porzellan, Seide, zahlreichen Vergoldungen und Lackmalereien ausgestattet.

Das fernöstliche Flair ist hier deutlich zu spüren. In dem Palastgebäude können sehr kostbare Prachtwerke der Handwerkskunst des 18. Jahrhunderts, unter anderem erlesenes Mobiliar, Emaillearbeiten und russisches und Meißner Porzellan, bewundert werden.

Auch der Palast am Rutschberg, den ebenfalls Katharina II. in Auftrag gegeben hatte, zählt zu den großen Attraktionen Lomonossows.

Der in den Farben Blau und Weiß gehaltene Rokokobau, der auch von Rinaldi erreichtet wurde, verbreitet einen Hauch verspielter Romantik.

Von einem künstlich aufgeschütteten Hügel auf der Rückseite des Palastes aus führten einst 500 Meter lange Schlittenbahnen in den Park, der somit zu einem Vergnügungsort des verspielten russischen Adels wurde.

1813 stürzte die aus Holz gebaute Abfahrtsbahn leider ab.

Der Hügel ist heute abgetragen. Jedoch kann in dem Palast ein Modell davon besichtigt werden.

Der Palast am Rutschberg

Katharina die Große überzeugte viele Deutsche, in ihr Land zu kommen. Unterschlupf fanden diese erst einmal in den Kasernen in Oranienbaum, von wo aus sie nach und nach in unterschiedliche Orte Russlands verteilt wurden.

Einigen war es erlaubt, im St. Petersburger Gebiet zu bleiben.

Nach der Entstehung der Residenz und der Gründung des Farbglaswerks Lomonossows, welches heute in Sankt Petersburg seinen Namen trägt und das berühmteste Russlands ist, siedelten sich unweit der Residenz allmählich Menschen in der nahen Umgebung an.

Eine der bekanntesten in Sankt Petersburg aufgewachsenen Persönlichkeiten ist der Komponist Igor Strawinski. Bekannte Schriftsteller, darunter Modest Mussorgski, Michail Pawlowitsch Schischkin und Nikolai Alexejewitsch Nekrassow. Stets wurden auch Ehrenmänner wie Alexander Puschkin, Michail Jewgrafowitsch Saltykow-Schtschedrin und Iwan Sergejewitsch Turgenew in der Stadt angetroffen.

Lomonossow wurde im Zweiten Weltkrieg vor den deutschen Truppen geschützt. So blieben die wertvollen Kunstwerke St. Petersburgs erhalten.

Nach dem Krieg wurde die Ortschaft Oranienbaum (deutscher Ortsname), die seit ihrer Gründung diesen Namen trug, in Lomonossow, zu Ehren des größten Gelehrten Russlands, Michail Lomonossow, umbenannt.

Seitdem aus Leningrad wieder Sankt Petersburg geworden ist, trägt Lomonossow seinen deutschen Namen im Untertitel.

Lomonossow war nach Kriegende durch seine maritimen Militäranlagen bis zur Perestroika von der Außenwelt abgeschnitten.

Heute ist vom Militär wenig zu sehen. Umso mehr zeigt sich das pulsierende Zivilleben. Rund 500 Kleinbetriebe und einige wenige größere haben sich angesiedelt. Die Bürger hungern nach Kontakten zur Außenwelt.

Lomonossow weist offizielle Partnerschaften mit zwei amerikanischen Städten und einer finnischen Stadt auf. Das besondere Interesse aber gilt Deutschland.

Seit 2003 ist Lomonossow auch mit Oberursel (Taunus) bei Frankfurt verschwistert. Viele Bürger erlernen die deutsche Sprache. An den Schulen ist Deutsch nach Englisch die wichtigste Fremdsprache.

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