Rote Brücke

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Rote

Die Rote Brücke verbindet mit ihren 33,6 Meter Länge und 16,6 Meter Breite über dem Fluss Moika die Kasaner- und die zweite Admiralteiski-Insel. Auf der Brücke verläuft die Grenze zwischen den Bezirken Admiralität und den zentralen Bezirken von St. Petersburg. Die Rote Brücke zählt zu den ältesten Brücken in der nördlichen Hauptstadt und wird im Jahr 2022 ihr 305-jähriges Jubiläum feiern.

Die Spannweite der Metallbrücke besteht aus sieben geschweißten Bögen mit Scharnieren, die durch ein System aus Querträgern und Längslenkern sicher miteinander verbunden sind.

Die Fassaden des Aufbaus sind mit dekorativen Metallteilen verkleidet. An den Eingängen sind Granitobelisken mit tetraedrischen Laternen auf Metallklammern und vergoldeten Kugeln angebracht.

Geschichtlich gesehen, wurde hier im Jahr 1717 zum ersten Mal eine hölzerne Zugbrücke für die Durchfahrt von kleinen Schiffen mit Masten gebaut. Bis 1808 hieß die Brücke Weiße Brücke und wurde dann mit wechselnder Farbe als Rote Brücke genannt.

Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Brücke unter Wegfall des Hebeteils zu einer dreistufigen Holzbrücke umgebaut.

Nach dem Entwurf des Ingenieurs und Architekten Geste, folgte dann in den Jahren 1808 bis 1814 ein weiterer Umbau mit Stützkonstruktionen aus Gusseisenprofilen.

rote brückeWährend des Betriebszeitraums von 1929 bis 1950 wurden fortschreitende Verformungen (Öffnen von Nähten, Bruch von Bolzen, Risse in den Rippen und am Boden von Gusseisenkästen) von Trägern und eines Aufbaus beobachtet. Als Ergebnis der Untersuchung wurde die Brücke als renovierungsbedürftig eingestuft und 1953 rekonstruiert. Im Laufe der Arbeiten wurden die gusseisernen Spannkonstruktionen durch Metall-Doppelbogenbögen ersetzt. Auch die Granitobelisken mit tetraedrischen Laternen und vergoldeten Kugeln wurden an den Eingängen der Brücke restauriert.

1998 wurde die Rote Brücke erneut restauriert. Reparaturen von Laternen wurden durchgeführt, Eisen- und Granitzäune wurden nachgebaut. Im Jahr 2011 bekam die Rote Brücke einen frischen Anstrich.

Interessant ist die Geschichte der „farbigen Brücken“ über die Moika. Anfangs gab es vier Brücken gleichen Typs, die sich nahe beieinander befanden und die Stadtbewohner oft verwirrten. Dieses Problem wurde durch die Namensgebung mit Hilfe der Farbenschreibung dann schnell behoben: Gelb (jetzt Gesang-Brücke), Grün (früher Volks-Brücke), Rot (ursprünglich Weiße Brücke) und Blau.

Von den drei ähnlichen gusseisernen Brücken über die Moika, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts nach dem Entwurf von Geste, hat bis heute nur die Rote Brücke ihr Äußeres historisches Erscheinungsbild bewahrt.